TamS  Drei spanische Italiener und die Madame aus Lissabon


 

 

 

Rund um’s Haus
 
Sommer ...

 

die Fenster gehen auf, die Türen gehen auf, die Herzen gehen auf und frohgemut blicken die Menschen in den Tag. Und was geschieht? So manches gut gehütete Geheimnis findet den Weg an die Luft, ans Licht. Ins Rampenlicht natürlich, und manches dieser so gut gehüteten Geheimnisse stellt sich als hinlänglich bekannte Unzulänglichkeit heraus. Denn auch, nur der ein guter Nachbar, der auch über den Gartenzaun, den Balkon ins Benachbarte blickt und Bescheid weiß über ...  

 

Ein grauer Zeppelin schwebte über den Köpfen der Zuschauer, als die Schwabinger Hofmusik, vier gemütvolle Streicher- und Innen, mit fidelen Tönen die Herzen des Publikums auf die Vertraulichkeiten einstimmte. Eine verschworene Gemeinschaft entstand, welche an der Bar über Volkstheater und seine Möglichkeiten aufgeklärt wurde und sich, in den dunklen Zuschauerraum gelockt, mit dem Geheimnis einer wohlbekannten Schwabinger Nachbarin konfrontiert fand. Doch damit nicht genug, denn dies war erst der Anfang ...

 

Erotik, Spannung, Emotionen folgten in einem farbenfrohen Reigen komödiantischer Einlagen und erheiternder Bilder. Burchard Darbinnus ... mal Zahnarzt in seiner Sturm- und Drangzeit, mal singender Italiener, mal in sich und seine Bierflasche versunkener Zweifler. Sophie Wendt ... Zahnarztgattin mit Hang zur Naturheilkunde. Ines Honsel ... Nachbarin mit Vorliebe zu grünen Fingernägeln. Alexandra Riechert ... ausgestattet mit Neugier und dem Drang zu Prozentgetränken. Isabell Kott ... voll jugendlicher Hingabe an bedeutende Männer. Zwei Polizisten bei der Brotzeit und ... was sich noch so zuträgt im Viertel. Charlotte von Bomhard ... referierte über Meer und Isar, welche doch auch die Donau sein könnte und erklärte damit schon mal die Welt. Welche Welt? Ihre ... Ihre ... oder ihre ...

 
  DreispanischeItaliener  
 

Alexandra Riechert, Isabel Kott, Helmut Dauner, Lorenz Claussen, Burchard Dabinnus, Ines Honsel, Sophie Wendt

© Hilda Lobinger

 

 

und um das herauszufinden schlich wohl Helmut Dauner über das Gelände. Suchte er nicht auch lt. Programm einen „bunten Kakadu“?! Nur soviel sei verraten. Den Darstellern war die Freude an dem locker leichten Spiel durchweg anzumerken. Es war ansteckende Freude die aus den Szenen quoll, wenngleich man manchmal gar nicht so genau wusste, ob die Aufzüge wirklich nur zum Lachen verführen wollten. Bezaubernde Bilder und Momente verflochten die Geschicke, die Geschichten zu einem ganz und gar modernen „alten Zopf“ ...

 

So ein Spektakel rund um’s Haus. Die Zuschauer, in ihren ganz persönlichen Lebenskreisen benachbart, fanden Erwartungen und Vorstellungen an diesem Abend erfüllt und, nicht erfüllt. Ganz wie im richtigen Leben. Es ist das Wie, wie die menschlichen Unzulänglichkeiten aufbereitet und dargestellt werden, welches die Gemüter zu erheitern vermag über die nur allzu tragischen Momente im Dasein. „... sich etwas bieten zu lassen ...“

 

Beschwingtes Sommertheater für diesen Sommer ... besonders empfehlenswert.

 

 

C.M.Meier


 

 


Drei spanische Italiener und die Madame aus Lissabon

 

Charlotte von Bomhard, Ines Honsel, Dagmar Koch, Isabell Kott, Theresia Peters, Alexandra Riechert, Anette Spola, Sophie Wendt
Lorenz Claussen, Burchard Dabinnus, Helmut Dauner, Javier Kormann, Lorenz Seib, Zoltan Sloboda

 

Schwabinger Hofmusik

Konzept, Regie: Anette Spola, Lorenz Seib

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