Theater ... und so fort Johan vom Po entdeckt Amerika von Dario Fo


 

 


Von einem der auszog, die Welt zu bespaßen
 
Wie war das noch mal mit der Entdeckung Amerikas? Kolumbus und seine Spanier brachten den armen Heiden das Christentum und uns Europäern die Kartoffel. In Dario Fo´s Stück Johan vom Po entdeckt Amerika, welches diesen Mittwoch im Theater ...und so fort Premiere hatte, wird die Situation in der neuen Welt ein klein wenig anders dargestellt.
 
Den charmanten Taugenichts Johan verschlägt es eher zufällig ins vermeintliche Indien. Doch entdeckt er hier nach einigen Eingewöhnungsschwierigkeiten völlig neue Freuden. Er erlebt Abenteuer, erweitert seinen Horizont und findet am Ende sein wohlverdientes
Glück in dem Land fern der Heimat. Die Entdeckung Amerikas durch die Augen der Ureinwohner und des frechen Johans wird von Nobelpreisträger Fo heiter und respektlos dargestellt. Das Ureinwohnerabschlachten der spanischen Entdecker betrübt Johan zwar, aber am Ende scheint das Stück die Botschaft zu vermitteln, dass wir nicht immer alles so schwer nehmen sollten, sondern besser daran tun würden, einfach das Leben zu genießen.
 
Unter der Regie von Heiko Dietz war das multikulturelle Getümmel auf dem neuen Kontinent recht amüsant, wenn auch stellenweise etwas langatmig, wenn ein Runnig Gag den nächsten jagt. Die Bühne war nur spärlich mit ein paar Requisiten bestückt. Eine Hängematte am Bühnenrand, ein Laken als Segel in der Ecke und ein paar Skulpturen im Hintergrund waren das Auffälligste. Mehr brauchte es aber auch nicht, denn Guido Drell als alleiniger Star des Abends, benötigte nur seinen Körper und seine Stimme um Johan vom Po´s Geschichte Leben einzuhauchen. Fast mochte man die Augen schließen und ihm einfach nur lauschen.
 
Drell gab seinen Johan mit ansteckender Heiterkeit und war ausdauernd in seinen mannigfaltigen Rollen, egal ob als Oberschamane oder arroganter spanischer Kommandeur. Er beherrschte offensichtlich sein Handwerk und schaffte es das Publikum auf weiten Strecken zu verzaubern. Beständig hüpfte, sprang und tobte er in seiner historischen Verkleidung samt Federmütze wie ein großes Kind über die Bühne und ließ in seiner fröhlichen Erzählart bunte Bilder in den Köpfen seiner Zuschauer entstehen. Daher verzieh man ihm auch den einen oder anderen all zu platten Scherz und die ständigen sexuellen Anspielungen.
 
Am Ende strahlte das Publikum mit dem offensichtlich erleichterten Drell um die Wette und belohnte ihn mit langem Applaus. Mit den derben Witzen, die manchmal auch ins Klamaukige abdrifteten, musste man sich abfinden, wenn man sich dieses Stück ansah. Auch die laute Atmosphäre und die häufigen Kommentare des Publikums sind sicher nicht jedermanns Sache. Es ist ein Stück, welches man sich bestimmt gut mit ein paar Freunden und einem Bier in der Hand anschauen kann. Nichts was einem unbedingt im Gedächtnis haften bleibt, aber solides und gut gelauntes Theater


Lene Gaiser

 

 


Johan vom Po entdeckt Amerika

von Dario Fo

Guido Drell

Regie: Heiko Dietz

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